Die Obstwiesen bilden traditionell den Übergang vom Dorf in die Feldflur. Besonders zur Blütezeit im Frühjahr wird man sich des Wertes der Bäume für unser Landschaftsbild bewusst. Gepflanzt wurden all die Obstgärten natürlich der Früchte wegen, aber die Blütenpracht ist das Sahnehäubchen auf unserem schönen Land und wird uns immer aufs Neue faszinieren. Dieser optische Nutzen lässt sich am besten durch wirtschaftlichen Nutzen erhalten. Produkte unserer Obstwiesen zu genießen, ist die leckerste Art unsere Landschaft zu schützen.

Ernte

Vom Baum in den Mund
Bei den Obstsorten mit sofortiger Genussreife ist Apfel-Direktverzehr die schönste Art, die Landschaft mit allen Sinnen zu genießen. Andere Sorten erreichen ihre Genussreife erst durch das Lagern im kühlen Keller. Sortenunterschiede gibt es auch bei der Eignung zur Herstellung von Kuchen, Bratäpfeln, Apfelmus, Apfelgelee, Trockenfrüchten…

Iss Äpfel von Georg Ries


Vom Baum in die Flasche
So geht es: Die mobile Obstpresse ins Dorf bestellen, die Äpfel der eigenen Obstwiese sammeln und vor Ort in Flaschen füllen. Bewusste Verbraucher ohne eigenen Obstgarten kaufen bei einer örtlichen Streuobstinitiative, Genossenschaft oder Kelterei, die das Obst aus der Region bezieht. Der große Vorteil der direkten Kelterung in die Flasche ist, dass durch das nur einmalige Erhitzen die größtmögliche Qualität erhalten bleibt. Industrieprodukte werden mindestens zweimal erhitzt bzw. zu Konzentrat verarbeitet. In vielen Regionen haben auch der Apfelmost oder der Apfelcidre eine lange Tradition.

Der Apfelgeist
Wer ein Geschmackserlebnis „geistiger Natur“ schätzt, ist bei der Verwertung der Früchte bei der Brennerei gut angesiedelt. Kleine Brennereien garantieren entweder, dass das Ursprungsprodukt vor der Haustür gewachsen ist, oder bieten den Service der Destillation aus eigenen Früchten an. Hier lassen sich auch Früchte der Hecken gut verarbeiten.

Das Holz
Der letzte Weg eines Obstbaumes ist der in die Holzverarbeitung. Auch hier haben alte Hochstammbäume weit größeren Wert als das Holz der Plantagen. Möbel aus Kirschbaum, Tische aus Birnbaum, Gedrechseltes vom Apfelbaum oder Edles vom Nussbaum – noch bei der letzten Verwertung wird durch kurze Transportwege die Umwelt geschont. Von heimischen Obstwiesen können Sie guten Gewissens alles genießen. Sie helfen dabei der heimischen Pflanzen- und Tierwelt, erhalten Landschaft und Tourismus und tun sich selbst auch noch etwas Gutes.

Streuobstwiesen schützen

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